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ROTWILD IN DEN ÖSTLICHEN KARNISCHEN ALPEN
Lebensraumnutzung und jagdliche Bewirtschaftung
Projekt Interreg II



Projekt Interreg II Österrreich/Italien
Die Gailtaler Waldwirtschaftsgemeinschaften haben in Kooperation mit den Bezirksgruppen Hermagor und Villach der Kärntner Jägerschaft eine grenzüberschreitende Studie in Auftrag gegeben.

Im Rahmen eines Projektes des Interreg II - Programmes zwischen Österreich und Italien wurden die Grundlagen des Rotwildlebensraumes im Gebiet zwischen Thörl-Maglern, dem Nassfeld, dem Gail- und Kanaltal untersucht, die Probleme analysiert und Lösungsvorschläge zu einer angepassten Rotwildbewirtschaftung und zur Gestaltung des Lebensraumes erarbeitet.


  Ausgangspunkt waren die seit Beginn der 90 er Jahre im unteren Gailtal verstärkt auftretenden Schälschäden. Bisher wurden meist jagdliche Gegenmaßnahmen (z.B. Abschusserhöhungen, Abschussaufträge) getroffen, die zwar kurzfristig lokal, jedoch nicht längerfristig im Gesamtgebiet wirkten. Da das Rotwild großräumige Gebiete als Gesamtlebensraum nutzt, war es naheliegend auch die Verhältnisse im benachbarten Italien zu studieren und durch gute Kontakte zur Forstdirektion und zur Jagdgesellschaft in Tarvis Datenmaterial und Untersuchungen aus Italien mit einzubeziehen.
 
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Grundlagen
- Zur Charakterisierung des Rotwildlebensraumes und der Rotwildpopulation wurden Da-ten aus den Bereichen Jagd, Land- und Forstwirtschaft und Tourismus erhoben: So wurden erstmals die Abschusszahlen über einen Zeitraum von 10 Jahren zusammengefasst und die wichtigsten Kennzahlen und Entwicklungstrends berechnet. Der gesamte Lebensraum wurde mittels einer Luftbildauswertung kartiert und bewertet. So können differenzierte Aussagen über die Lebensraumqualität im Winter- und Sommerhalbjahr gemacht werden. Weiters wurden die Almen hinsichtlich ihrer Bedeutung für das Rotwild erhoben und die touristischen Nutzungen erfasst und Störungen abgeschätzt.
  Ein Geflecht von Wechselwirkungen bestimmt die Beziehungen und Zusammenhänge zwischen Rotwild und den einzelnen Sektoren (Land- und Forstwirtschaft, Jagd, Tourismus) sowie den Wech-selwirkungen dieser Bereiche untereinander: So kam es nach Intensivierung der Landwirtschaft am Talboden zu Fichtenaufforstungen in den Hangbereichen. Der Rotwildstand erhöhte sich durch zu geringen Abschuß bzw. Überhang an weiblichem Wild weiter. Hoher Jagddruck und zunehmender Waldanteil erschweren die Jagd auf immer scheueres Wild, welches auch durch den intensiven Sommertourismus auf den Almen gestört wird. - Zusätzlich führen hohe Wildstände in Italien zu einer weiteren Belastung des Lebensraumes.
 
Lösungen und Maßnahmen
müssen alle Landschaftsbereiche und Nutzer einbeziehen: Die Jagd muß durch Absenkung des Wildstandes und gezielte Jagdstrategien den Wildstand langfristig auf ein tragbares Maß bringen und entsprechend lenken. Durch gezielte Durchforstung der Fichtenreinbestände und die Förderung strukturreicher, gemischter Bestände kann die Schadanfälligkeit vermindert und der Lebensraum verbessert werden. Äsungsflächen sind zu erhalten oder zu erweitern und der Wildverbiß durch Zäunungen zu kontrollieren. Eine Erhaltung der Almen und Verbesserung der Futterqualitäten hilft auch dem Rotwild im Frühjahr und Herbst. Der Tourismus sollte auf die bestehenden Schwerpunkte beschränkt bleiben und nicht weiter auf bisher unberührte Gebiete ausgeweitet werden. Verständnis dafür muß durch Öffentlichkeitsarbeit geschaffen werden. -
Nur wenn alle an einem 'gemeinsamen Strang' ziehen, können die Situation verbessert und die Ziele der Projektträger (Waldwirtschaftsgemeinschaften des Gailtales und Kärntner Jägerschaft) erreicht werden. - Der Umgang mit Wildtieren und seinem Lebensraum hat Zeigerfunktion, ob eine umfassende Beziehung des Menschen zur Natur funktioniert oder nur einseitige Interessen die Oberhand behalten.

  Thomas Huber - Büro für Wildökologie und Landschaftsplanung
Tassach 13, 9542 Afritz
Tel. 04247-2157

Eckart Senitza - Techn. Büro für Forstwirtschaft
Poitschach 1, 9560 Feldkirchen
Tel.: 04276-2054-58

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